Leistungen · Allergologie
Allergologie mit eigenem Labor.
Vom Pricktest über die nasale Provokation bis zum molekularen Multiplex-Allergietest: Die gesamte Allergiediagnostik findet bei uns in der Praxis statt. Darauf baut die passende Behandlung auf.
Molekulare Allergiediagnostik
Der ALEX³-Test.
Rund 300 Allergene in einem Test.
Aus einer kleinen Blutprobe bestimmen wir in einem einzigen Durchgang die spezifischen IgE-Antikörper gegen rund 300 Allergene. Getestet werden nicht nur ganze Allergenquellen wie „Birke“ oder „Erdnuss“, sondern auch deren einzelne Eiweißbausteine, die sogenannten Allergenkomponenten.
Die Analyse läuft in unserem eigenen Labor. Anders als beim Hauttest müssen Sie dafür keine Allergiemedikamente absetzen, und auch eine gereizte Haut spielt keine Rolle.
Alles zum ALEX³-Test, Kosten und Allergenliste →
Was der Test gegenüber einer Einzeltestung leistet
01
Breites Spektrum
Statt einzelne Verdachtsallergene nacheinander zu prüfen, entsteht in einem Test ein umfassendes Sensibilisierungsprofil, auch für Allergene, an die zunächst niemand gedacht hat.
02
Echte Allergie oder Kreuzreaktion?
Die Komponenten zeigen, ob sich eine Sensibilisierung gegen die Allergenquelle selbst richtet oder nur über ein ähnliches Eiweiß zustande kommt. Ein Beispiel: Birkenpollenallergiker reagieren oft auch auf Apfel oder Haselnuss positiv.
03
Risiko einschätzen
Manche Allergenbausteine lösen meist nur ein Kribbeln im Mund aus, andere sind hitzestabil und mit schweren Reaktionen verbunden. Der Test hilft, das zu unterscheiden, zum Beispiel bei einer Nussallergie.
04
Grundlage für die Therapie
Ob eine Hyposensibilisierung sinnvoll ist und welches Präparat passt, hängt davon ab, gegen welche Allergenbausteine Sie sensibilisiert sind.
Kreuzreaktion oder echte Allergie?
Zwei Allergenquellen A und B können gemeinsame Eiweißbausteine haben (Mitte). Reagiert das Immunsystem nur auf diese gemeinsamen Bausteine, ist ein Test für beide positiv, obwohl nur eine Quelle die eigentliche Ursache ist. Erst die Einzelbausteine zeigen, welche Hyposensibilisierung sinnvoll ist.
Echte Sensibilisierung auf A
B reagiert nur über gemeinsame Bausteine mit (Kreuzreaktion).
Echte Sensibilisierung auf B
A reagiert nur über gemeinsame Bausteine mit (Kreuzreaktion).
Echte Sensibilisierung auf A und B
Beide Allergene sind eigenständig beteiligt (Ko-Sensibilisierung).
Bausteine nur in Agemeinsame BausteineBausteine nur in BY = IgE-Antikörper des Patienten
So läuft die Allergiediagnostik bei uns
- 1Gespräch und Untersuchung. Welche Beschwerden haben Sie, wann und wo treten sie auf?
- 2Pricktest. Der klassische Hauttest am Unterarm, Ergebnis nach etwa 20 Minuten. Antihistaminika müssen vorher abgesetzt werden.
Bei Bedarf zusätzlich
- ALEX³-Bluttest. Molekulares Allergenprofil aus unserem Labor, wenn die Fragestellung es erfordert. Für gesetzlich Versicherte ist der Test eine Selbstzahlerleistung.
- Nasale Provokation. Wenn geklärt werden muss, ob ein Allergen in der Nase tatsächlich Beschwerden auslöst.
- Lungenfunktion und FeNO. Bei Husten oder Atemnot prüfen wir mit Spirometrie und der Messung von Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft, ob auch die Bronchien beteiligt sind.
Nasale Provokation
Der Test dort, wo die Beschwerden entstehen.
Ein positiver Haut- oder Bluttest zeigt eine Sensibilisierung, aber nicht immer, ob dieses Allergen Ihre Beschwerden wirklich auslöst. Bei der nasalen Provokation geben wir das Allergen in kleiner Menge direkt auf die Nasenschleimhaut und beurteilen die Reaktion der Nase.
Wann ist sie sinnvoll?
- Test und Beschwerden passen nicht zusammenPositiver Test ohne eindeutige Beschwerden oder umgekehrt.
- Verdacht auf lokale AllergieTypische Beschwerden, aber Haut- und Bluttest sind unauffällig. Die Allergie spielt sich dann allein in der Nasenschleimhaut ab.
- Vor einer HyposensibilisierungBesonders bei ganzjährigen Allergenen wie Hausstaubmilben, um sicherzugehen, dass das richtige Allergen behandelt wird.
- TherapiekontrolleUm im Verlauf einer Hyposensibilisierung den Behandlungserfolg zu überprüfen.
Allergenübersicht
Welche Allergene wir testen.
Ein Überblick über die wichtigsten Allergengruppen und was es bei ihnen zu wissen gibt.
Pollen
Birke, Erle, Hasel, Esche · Gräser und Roggen · Beifuß, Ambrosia, Wegerich
Die häufigsten Auslöser von Heuschnupfen, je nach Pflanze zwischen Januar und September. Viele Pollenallergiker reagieren über Kreuzreaktionen auch auf bestimmte Obst-, Gemüse- oder Nusssorten.
Hausstaub- und Vorratsmilben
Hausstaubmilben · Vorratsmilben
Beschwerden das ganze Jahr über, oft morgens nach dem Aufwachen und mit verstopfter Nase. Milben leben vor allem in Matratzen und Bettzeug; einfache Maßnahmen im Schlafzimmer helfen bereits spürbar.
Schimmel- und Hefepilze
Alternaria · Cladosporium · Aspergillus
Sporen finden sich im Freien vor allem im Sommer und Herbst, in Innenräumen bei Feuchtigkeit. Schimmelpilzallergien werden häufig übersehen.
Tiere
Katze · Hund · Pferd · Nagetiere
Die Allergene stecken in Hautschuppen, Speichel und Urin und verteilen sich in der ganzen Wohnung. Die Komponentendiagnostik hilft zu klären, ob mehrere Tierarten über ähnliche Eiweiße zusammenhängen.
Insektengift
Biene · Wespe
Nach einem Stich mit starker Reaktion lässt sich mit den Allergenkomponenten oft unterscheiden, ob Bienen- oder Wespengift verantwortlich ist. Das ist wichtig für die Wahl der Hyposensibilisierung. Mehr dazu im Abschnitt Insektengift.
Pflanzliche Lebensmittel
Nüsse, Erdnuss · Soja · Obst und Gemüse · Getreide · Sellerie und Gewürze
Von harmlosem Kribbeln im Mund bis zu schweren Reaktionen ist alles möglich. Welche Art von Allergie vorliegt, zeigt erst die Komponentendiagnostik. Mehr dazu weiter unten am Beispiel Nuss.
Tierische Lebensmittel
Milch · Ei · Fisch · Meeresfrüchte · Fleisch
Bei Milch und Ei zeigt der Test zum Beispiel, ob verarbeitete oder gebackene Produkte voraussichtlich vertragen werden. Bei Fisch und Meeresfrüchten sind Kreuzreaktionen zwischen verschiedenen Arten häufig.
Latex und weitere
Latex · Schaben · weitere Allergenquellen
Latexallergien betreffen vor allem Menschen mit häufigem Kontakt zu Handschuhen, etwa in Gesundheitsberufen. Auch seltenere Allergene sind im Test enthalten.
Hyposensibilisierung
Die Behandlung, die an der Ursache ansetzt.
Bei der Hyposensibilisierung (auch spezifische Immuntherapie genannt) erhalten Sie das Allergen, auf das Sie reagieren, regelmäßig in kontrollierter Dosis. Ihr Immunsystem lernt so, weniger stark darauf zu reagieren. Die Behandlung dauert in der Regel drei Jahre; eine Besserung zeigt sich oft schon in der nächsten Saison.
Für wen ist sie geeignet?
- Nachgewiesene Allergie gegen Pollen (Gräser, Birke und verwandte Bäume) oder Hausstaubmilben
- Deutliche Beschwerden, die mit Medikamenten nicht ausreichend in den Griff zu bekommen sind
- Allergen lässt sich im Alltag nicht vermeiden
- Kinder in der Regel ab dem Schulalter
Was sie bewirken kann
- Weniger Beschwerden und weniger Bedarf an Allergiemedikamenten
- Eine Wirkung, die über das Ende der Behandlung hinaus anhält
- Etagenwechsel vorbeugen: Besonders bei Kindern und Jugendlichen kann sie das Risiko senken, dass sich aus Heuschnupfen ein Asthma entwickelt
Spritze oder Tablette?
Beide Formen gelten als vergleichbar wirksam. Welche besser zu Ihnen passt, hängt vor allem von Ihrem Alltag ab. Das entscheiden wir gemeinsam.
| SCIT Spritze unter die Haut |
SLIT Tablette oder Tropfen unter die Zunge |
|
|---|---|---|
| Wo? | In der Praxis, am Oberarm | Zu Hause, nur die erste Einnahme unter Aufsicht in der Praxis |
| Wie oft? | Zu Beginn wöchentlich bis zur Erhaltungsdosis, danach in größeren Abständen | Täglich, möglichst zur gleichen Uhrzeit |
| Zeitaufwand | Etwa 45 Minuten pro Termin, inklusive 30 Minuten Nachbeobachtung | Wenige Minuten am Tag |
| Dauer | In der Regel 3 Jahre | In der Regel 3 Jahre |
| Häufige Nebenwirkungen | Rötung, Schwellung oder Juckreiz an der Einstichstelle | Juckreiz oder Kribbeln im Mund, vor allem in den ersten Wochen |
| Passt gut, wenn … | Sie regelmäßige Termine gut einrichten können und keine tägliche Einnahme möchten | Sie keine Spritzen möchten und an die tägliche Einnahme zuverlässig denken |
Schwere allergische Reaktionen sind bei beiden Formen selten. Nicht geeignet ist die Behandlung unter anderem bei schwerem oder schlecht eingestelltem Asthma; auch bestimmte Medikamente wie Betablocker besprechen wir vorab mit Ihnen.
Insektengiftallergie
Wespen und Bienen: Schutz, der wirkt.
Die Hyposensibilisierung gegen Insektengift gehört zu den wirksamsten Immuntherapien überhaupt. Schon mit Erreichen der Erhaltungsdosis ist die große Mehrheit der Behandelten vor schweren Reaktionen nach einem Stich geschützt.
Wann ist eine Behandlung angezeigt?
- Nach einer allergischen Allgemeinreaktion auf einen Stich, etwa Nesselsucht am ganzen Körper, Atemnot oder Kreislaufbeschwerden
- Bei ungewöhnlich starken Schwellungen an der Stichstelle, wenn zugleich ein hohes Stichrisiko besteht, zum Beispiel beruflich bei Imkern, Gärtnern oder in der Landwirtschaft
So gehen wir vor
- Diagnostik bei uns: Die Allergenkomponenten zeigen, ob Bienen- oder Wespengift verantwortlich ist.
- Notfallset: Sie erhalten ein Notfallset und eine Einweisung in die Anwendung.
- Aufdosierung: Leitliniengerecht als Schnellaufdosierung über wenige Tage, in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Allergologie des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft.
- Fortführung bei uns: Die Erhaltungstherapie setzen wir anschließend in unserer Praxis fort, in der Regel über mindestens drei bis fünf Jahre.
Nahrungsmittel
Allergie oder Unverträglichkeit?
Beides wird im Alltag oft verwechselt, hat aber ganz unterschiedliche Ursachen und braucht unterschiedliche Tests.
Nahrungsmittelallergie
- Reaktion des Immunsystems auf ein Eiweiß im Lebensmittel
- Schon kleinste Mengen können Beschwerden auslösen
- Meist innerhalb von Minuten: Kribbeln im Mund, Schwellungen, Nesselsucht, Atemnot, im schlimmsten Fall Kreislaufreaktion
- Nachweis über Haut- und Bluttest, ggf. Provokation
Unverträglichkeit
- Keine Allergie: Meist fehlt ein Verdauungsenzym oder ein Transportweg, etwa bei Laktose- oder Fruktoseintoleranz
- Beschwerden hängen von der Menge ab
- Vor allem Bauchbeschwerden: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall
- Mit einem Allergietest nicht nachweisbar; dafür gibt es eigene Tests, etwa den Wasserstoff-Atemtest
Ein Hinweis: Die oft angebotenen IgG-Tests auf Nahrungsmittel sind nach Einschätzung der allergologischen Fachgesellschaften weder für Allergien noch für Unverträglichkeiten aussagekräftig.
Beispiel Nussallergie: harmlos oder gefährlich?
Ein positiver Test auf Haselnuss kann sehr Unterschiedliches bedeuten. Erst die Komponenten zeigen, welche Art von Allergie vorliegt.
Meist mild
Kreuzallergie über Birkenpollen
Ein Eiweiß der Haselnuss (Cor a 1) ähnelt dem Hauptallergen der Birke (Bet v 1). Birkenpollenallergiker reagieren deshalb oft mit Juckreiz oder Kribbeln in Mund und Rachen. Das Eiweiß ist hitzeempfindlich, geröstete Nüsse werden häufig vertragen. Schwere Reaktionen sind selten.
Höheres Risiko
Allergie gegen Speicherproteine
Speicherproteine wie Cor a 9 und Cor a 14 bei der Haselnuss oder Ara h 2 bei der Erdnuss sind hitze- und verdauungsstabil. Eine Sensibilisierung gegen sie ist mit einem höheren Risiko für schwere Reaktionen verbunden, schon bei kleinen Mengen.
Notfallset bei Risiko schwerer Reaktionen
Besteht ein Risiko für schwere allergische Reaktionen, verordnen wir ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum und Kortison und zeigen Ihnen, wann und wie Sie es anwenden.
Verdacht auf eine Allergie?
Vereinbaren Sie einen Termin. Wir klären mit Ihnen, welche Diagnostik sinnvoll ist.

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