Leistungen · Hören
Hörverlust und Tinnitus.
Wenn das Hören nachlässt oder ein Ohrgeräusch nicht mehr weggeht, ist das beunruhigend. Oft steckt eine gut behandelbare Ursache dahinter. Wir klären mit Ihnen, woher die Beschwerden kommen und was wirklich hilft.
Häufige Ursachen
Oft ist es etwas Einfaches.
Nicht jede Hörminderung bedeutet einen Schaden am Innenohr. Ein Blick ins Ohr unter dem Mikroskop klärt häufig schon beim ersten Termin, ob ein mechanisches Hindernis die Ursache ist.
Ohrenschmalz
Ein Pfropf aus Ohrenschmalz kann den Gehörgang vollständig verschließen, oft ganz plötzlich, etwa nach dem Duschen. Wir entfernen ihn schonend unter Sicht. Wattestäbchen schieben das Ohrenschmalz eher tiefer hinein.
Entzündungen
Eine Entzündung des Gehörgangs oder des Mittelohrs lässt den Gehörgang zuschwellen oder füllt das Mittelohr mit Flüssigkeit. Mit der passenden Behandlung kehrt das Hörvermögen in aller Regel zurück.
Belüftungsstörung
Bei einer Erkältung oder Allergie ist die Verbindung zwischen Nase und Mittelohr oft verlegt. Das Ohr fühlt sich dumpf und verstopft an. Meist bessert sich das, sobald die Nase wieder frei ist.
Drei Fragen für die erste Einschätzung
Ist kein mechanisches Hindernis zu sehen, helfen uns drei Fragen, die Ursache einzugrenzen. Ein Hörtest in unserer Hörkabine ergänzt das Gespräch.
- 1Wie alt sind Sie?Mit den Jahren lässt das Gehör bei fast allen Menschen nach. In jüngeren Jahren denken wir eher an andere Ursachen.
- 2Plötzlich oder schleichend?Ein Hörverlust über Nacht hat andere Gründe als einer, der sich über Jahre entwickelt hat.
- 3Ein Ohr oder beide?Ein einseitiger Hörverlust muss immer gründlicher abgeklärt werden als ein gleichmäßiger auf beiden Seiten.
Plötzlicher Hörverlust
Wie Watte im Ohr.
Hört ein Ohr plötzlich schlechter, beschreiben viele das als Druck- oder Wattegefühl, manchmal zusammen mit einem Ohrgeräusch. Zuerst schließen wir einfache Ursachen wie Ohrenschmalz oder eine Belüftungsstörung aus. Zeigt der Hörtest eine Störung im Innenohr ohne erkennbaren Grund, sprechen wir von einem Hörsturz.
Viele Hörstürze erholen sich ganz oder teilweise von selbst. Zur Behandlung wird seit Jahren Kortison eingesetzt. Wie groß sein Nutzen ist, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Eine große deutsche Studie hat gezeigt, dass eine sehr hohe Dosis keinen Vorteil gegenüber der üblichen Dosis bringt. Wir besprechen mit Ihnen, ob eine Behandlung in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Kortison ist für den Hörsturz nicht offiziell zugelassen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten deshalb in der Regel nicht.
Warum ein MRT sinnvoll sein kann
Hinter einem einseitigen Hörverlust kann selten ein Vestibularisschwannom stecken, früher Akustikusneurinom genannt. Das ist ein gutartiger, meist langsam wachsender Tumor am Hör- und Gleichgewichtsnerv. Mit einer Kernspintomographie lässt er sich sicher ausschließen. Wir veranlassen sie, wenn Hörtest und Verlauf dafür sprechen.
Wann Sie zügig kommen sollten
Ein plötzlicher Hörverlust sollte innerhalb weniger Tage untersucht werden. Kommen starker Schwindel, eine Lähmung im Gesicht oder heftige Ohrenschmerzen hinzu, bitte am selben Tag. Dafür gibt es unsere Akutsprechstunde, täglich von 8 bis 9 Uhr.
Schleichender Hörverlust
Die anderen nuscheln.
Die häufigste Form ist die Altersschwerhörigkeit, in der Fachsprache Presbyakusis. Sie betrifft beide Ohren und beginnt bei den hohen Tönen. Gerade Konsonanten wie s, f oder t gehen dann verloren. Viele bemerken das zuerst im Restaurant oder in größerer Runde, wenn Gespräche im Hintergrundlärm untergehen.
Schleichend kann ein Hörverlust aber auch andere Gründe haben, die sich gezielt behandeln lassen:
Chronische Mittelohrentzündung
Wiederkehrende Entzündungen können die Gehörknöchelchen schädigen. Oft ist eine Operation möglich, die das Hören verbessert.
Loch im Trommelfell
Ein Trommelfelldefekt nach Entzündung oder Verletzung heilt häufig von selbst. Bleibt er bestehen, lässt er sich operativ verschließen.
Otosklerose
Hier versteift sich der Steigbügel, das kleinste Gehörknöchelchen. Sie beginnt oft zwischen 20 und 40 Jahren. Ein Hörgerät oder eine Operation können helfen.
Lärm
Jahrelanger Lärm im Beruf oder in der Freizeit schädigt die Haarzellen im Innenohr dauerhaft. Gehörschutz ist hier die wichtigste Maßnahme.
Hörgeräte
Wieder mittendrin.
Wer schlecht hört, zieht sich oft unbemerkt zurück: Gespräche werden anstrengend, Treffen mit Freunden seltener. Ein gut angepasstes Hörgerät bringt ein großes Stück Lebensqualität zurück.
Unbehandelte Schwerhörigkeit gilt außerdem als einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für eine Demenz. Ob Hörgeräte dieses Risiko senken, wird noch erforscht. Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend.
Die gesetzliche Krankenkasse beteiligt sich, wenn zwei Werte erreicht sind: Im Tonhörtest liegt der Hörverlust auf dem besseren Ohr bei mindestens einer wichtigen Frequenz bei 30 Dezibel oder mehr. Und im Sprachtest werden bei normaler Gesprächslautstärke höchstens 80 Prozent der Wörter richtig verstanden.
Nach der Untersuchung erhalten Sie von uns die Verordnung. Mit ihr gehen Sie zu einem Hörakustiker Ihrer Wahl. Probieren Sie dort ruhig mehrere Geräte im Alltag aus, auch ein zuzahlungsfreies. Zum Abschluss prüfen wir bei uns, ob die Versorgung gut sitzt.
Tinnitus
Ein Geräusch, das nur Sie hören.
Pfeifen, Rauschen oder Brummen im Ohr kennen sehr viele Menschen. Etwa jeder zehnte Erwachsene hat dauerhaft ein Ohrgeräusch. Häufig geht es mit einer Hörminderung einher, oft ist kein eindeutiger Auslöser zu finden. Stress verstärkt das Geräusch bei vielen spürbar.
Die gute Nachricht: Bei den meisten wird der Tinnitus mit der Zeit leiser oder rückt so weit in den Hintergrund, dass er kaum noch stört.
Neu aufgetreten
Ist das Ohrgeräusch erst seit Kurzem da, untersuchen wir das Ohr und machen einen Hörtest. Häufig wird ein akuter Tinnitus ähnlich wie ein Hörsturz mit Kortison behandelt. Auch hier ist der Nutzen nicht sicher belegt, und die Kosten trägt in der Regel nicht die Krankenkasse. Tritt das Geräusch nur auf einer Seite auf, kann ein MRT sinnvoll sein.
Länger als drei Monate
Bei einem chronischen Tinnitus geht es nicht mehr darum, das Geräusch abzuschalten, sondern darum, wie sehr es Sie belastet. Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel gegen den Tinnitus selbst empfiehlt die aktuelle Leitlinie nicht, weil ihre Wirkung nicht belegt ist.
Was bei chronischem Tinnitus hilft
Hörtest vereinbaren
Bringen Sie bitte frühere Hörtests und, falls vorhanden, Befunde vom Hörakustiker mit.

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